Als Astronaut begeisterte er Woche für Woche das Publikum: Max Mutzke (38, "Experience") hat im August 2019 die erste Staffel der ProSieben-Show "The Masked Singer" gewonnen, in der Promis in aufwendigen Kostümierungen inkognito auf die Bühne treten und singen. Am 10. März (20:15 Uhr) startet das Format nun in seine zweite Staffel.
Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news plaudert Max Mutzke aus dem Nähkästchen und gibt Einblicke in Details der strengen Sicherheitsvorkehrungen und zu schweißtreibenden Kostümen. Zudem verrät er, mit welchem Mitstreiter er bis heute befreundet ist und wen er sich 2020 unter einer Maske wünscht.
Sie haben als Astronaut bei "The Masked Singer" alle umgehauen. Wie fühlte sich Ihr Sieg an?Max Mutzke: Das war fantastisch, es war ein total schönes Gefühl. Keiner wusste, was auf einen zukommt, weder die Teilnehmer noch die Beteiligten an der Show. Dann wurde es so ein erfolgreiches Fernsehformat und das dann zu gewinnen, war schon geil. Vor allem dass ich die erste Castingshow von Stefan Raab und den ersten Berliner Vorentscheid für den Grand Prix gewinnen durfte, dann auch noch der erste "The Masked Singer"-Sieger wurde und bei "Schlag den Star" der erste Kandidat war, der teilgenommen und auch performt hat, hat mich sehr stolz gemacht.
Warum haben Sie zugesagt, gerade im Hinblick darauf, dass man nicht wusste, wo es mit der Show hingeht?Mutzke: Ich habe das Sicherheitskonzept gelesen und fand das so absurd und lustig, was die Kandidaten alles machen müssen, damit alles geheim bleibt. Dass sie ihre absolute Verschwiegenheit erklären müssen, dass bei Nichteinhaltung hohe Geldstrafen drohen, dass die Ortungsdienste im Handy ausgestellt werden müssen, dass man nichts posten darf oder extra Fake-Posts verbreiten soll - das hat den kleinen James Bond in mir geweckt. Dieser Wunsch, den jeder Junge mal hatte, dass man mit verdunkelten Fahrzeugen abgeholt wird und mehrere Fahrzeuge das Grundstück verlassen, sodass die Journalisten nicht wissen, welchem Fahrzeug sie hinterherfahren müssen.
Die Geheimhaltung, die schweißtreibenden Kostüme oder doch die Auftritte: Was war die größte Herausforderung in der Show?Mutzke: An drei von sechs Donnerstagen, an denen die Live-Shows stattfanden, hatten wir Hitzerekorde in Köln und hatten dazu diese Kostüme an. Meines speziell war wie ein Skianzug, der für Minustemperaturen gedacht war. Noch dazu heizte sich die Fabrikhalle, die mitten in der Sonne stand, ordentlich auf, die Scheiben der Backstage-Räume haben geglüht. Ich war lange als Motocross-Fahrer aktiv und bin es gewohnt, stundenlang bei Hochsommer in diesen dicken Anzügen mit Helmen eingepackt zu sein. Ich dachte, mir macht so etwas überhaupt nichts aus, aber ich kam total an meine Grenzen.
Haben alle Kandidaten gelitten?Mutzke: Ja, besonders der Kakadu als ältester Teilnehmer [Heinz Hoenig, Red.]. Wenn der in sein Kostüm mit tausend Federn geschlüpft ist, hat man wirklich gesehen, dass ihm schummrig wurde und man ihm die Hand halten musste, dass er nicht umfällt. Wir anderen haben dann immer ein bisschen nach ihm geguckt. Mich hätte es nicht gewundert, wenn einer von uns mal bewusstlos geworden wäre in der Zeit. Wir haben dann eigene mobile Klimaanlagen ins Zimmer und viele Handventilatoren bekommen. Und es gab einen Kühlwagen, in den wir uns reinsetzen konnten.
Mein Betreuer und ich haben noch eine eigene Methode entwickelt: Wir haben uns eine riesige Box besorgt und mein Fahrer hat uns zehn Kilo Crushed Ice pro Show geholt, die wir mit Wasser in die Box gefüllt haben. Ich habe mich so lange reingesetzt, dass ich mich fast schon auf den Anzug gefreut habe, wenn es draußen 42 Grad waren. Die Methode wird eigentlich bei Sportlern eingesetzt, die in heißen Ländern Hochleistung erbringen müssen.
Trotz der Strapazen bereuen Sie die Teilnahme nicht?Mutzke: Im Gegenteil. Als ich bei Stefan Raab das erste Mal gesungen habe, fand ich den Aha-Effekt der Menschen, die die Stimme nicht zu meinem Äußeren vermutet hätten, besonders schön. Dass mein Song "Can't wait until tonight" so ein Riesenerfolg wurde und so lange in den Charts blieb, war ein geiler Moment. Aber ich wusste auch, dass ich den eigentlich nicht mehr erleben werde, weil die Leute in Deutschland, Österreich und der Schweiz einen immer besser kannten.