Familie - allen voran die Töchter Janina (33), Theresa (30) und Josefina (27) -, Freunde, Kollegen, Politiker und Fans nahmen am Montag Abschied von Regisseur Joseph Vilsmaier (1939-2020). Die Schauspieler Michael "Bully" Herbig (51, "Die Geschichte vom Brandner Kaspar"), Kai Wiesinger (53, "Die Gustloff") und Ben Becker (55, "Schlafes Bruder") waren bei der Trauerfeier in der Sankt Michaels Kirche im Herzen Münchens nicht nur selbst sichtlich ergriffen. Mit ihren kleinen Anekdoten über den "Sepp" sorgten sie für Lacher und rührten gleichzeitig zu Tränen.
Die Filmfoniker spielten Filmmusik aus fünf Vilsmaier-Erfolgen; Hubert von Goisern (67) und Haindling traten ebenfalls auf. Und auch viele weitere bekannte Kolleginnen und Kollegen erwiesen Vilsmaier die letzte Ehre, darunter: Uschi Glas, Elmar Wepper, Sebastian Bezzel, Marcus H. Rosenmüller, Günther Maria Halmer, Heino Ferch, Michaela May, Hans Steinbichler, Detlef Buck...
Kai Wiesinger über den ersten Besuch ZuhauseSchauspieler Kai Wiesinger erzählte in seiner Würdigung von seinem ersten Besuch bei Joseph Vilsmaier und dessen viel zu früh verstorbener Ehefrau (1986-2009), Schauspielerin Dana Vávrová (1967-2009), zuhause: "Die drei kleinen Waschbecken und die kleinen Zahnbürsten waren für mich immer ein Symbol, dass Sepp und Dana alles immer für euch und jeden einzelnen gleichberechtigt tun würden", sagte er an die drei Töchter gerichtet. Sie seien immer das Wichtigste gewesen. Die Vilsmaiers hätten das gelebt, wovon er als junger Mensch immer geträumt habe, so Wiesinger.
Er erinnerte aber auch an den Filmemacher Vilsmaier: "Er war ein Meister darin, Menschen zusammenzubringen." Außerdem habe er vorgelebt, was es heiße, "hart zu arbeiten und hart zu feiern". Am nächsten Morgen nach solch geselligen Abenden am Rande von Dreharbeiten sei Joseph dann "wie Phoenix aus der Asche" am Set erschienen und "wie eine Maschine vorangegangen". Mit seinen "schelmischen Augen" habe er oft gesagt: "I woaß ois. I hob ois gsehn. I hob ois gwusst." ("Ich weiß alles. Ich habe alles gesehen. Ich habe alles gewusst.") Die Trauergemeinde lachte, Wiesinger kämpfte mit den Tränen.
Ben Becker über die VertrauenspersonAuch Schauspieler Ben Becker war bei der Trauerfeier sehr bewegt. Wie sehr er Joseph Vilsmaier - mit dem er "Schlafes Bruder" (1995) und "Comedian Harmonists" (1997) drehte -, schätzte, beschrieb er unter Tränen so: "Hätte Sepp gesagt: 'Spring jetzt hier aus dem Fenster, hätte es kein Widerwort gegeben. Ich wäre gesprungen. Aus Liebe." Was bleibe, seien großartige Filme, wunderschöne Erinnerungen und drei tolle Mädchen.