Kann die Bundeswehr uns nicht schützen? Nur 3 Tage nach dem Beginn des Ukraine-Konflikts hatte der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz am 27. Februar eine Zeitenwende bei der Bundeswehr verkündet. Dazu hatte die Regierung ein Sonderpaket von 100 Milliarden Euro bereitgestellt, um die Bundeswehr mit neuen Waffensystemen und Ausrüstung für die Soldaten auszurüsten. Mit dieser Finanzspritze sollte die Mangelwirtschaft bei der Bundeswehr endgültig der Geschichte angehören. Fast 9 Monate später scheint nun jedoch die Ernüchterung Einzug zu halten - die Lage ist kritisch und die Armee fast nicht einsatzfähig!
Zusätzlich zu dem Sondervermögen will Deutschland künftig auch 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts pro Jahr für Militärausgaben bereitstellen, wie es von der NATO bereits seit langem gefordert wird. Trotzdem soll sich bislang nicht viel geändert haben, konstatiert nun ziemlich frustriert der Inspekteur des Heeres, General Alfons Mais. Dieser hatte gerade erst bemängelt, das das deutsche Heer noch ziemlich blank dastehe, weil es zum Teil auch wichtige Waffen an die Ukraine abgeben musste. Aus diesem Grund schlägt nun auch CDU-Verteidigungsexperte Florian Hahn Alarm. Nach dessen Auffassung droht die Zeitenwende bei der Bundeswehr zum Waterlow zu werden. Bislang scheint die verstärkte Landesverteidigung noch nicht annähernd erreichbar zu sein. Drohen die 100 Milliarden Euro etwa schon bald von der Inflation gefressen zu werden? Selbst aus der Bundesregierung wird bereits Kritik an Verteidigungsministerin Christine Lambrecht laut. Einzelne Mitglieder der Regierung werfen der Verteidigungsministerin vor, dass diese im Sommer schnelle Entscheidungen bei der Beschaffung von Munition verschlafen habe. Generell scheint die schleppende Nutzung der finanziellen Ressourcen ein Problem darzustellen.