Anlässlich des Volkstrauertages hat der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck (82) eindrücklich davor gewarnt, sich von dem russischen Präsidenten Wladimir Putin einschüchtern zu lassen. Aus diesem Grund forderte Gauck, dass Deutschland seine Unterstützung für die Ukraine ausweiten müsse und den russischen Drohungen nicht nachgeben dürfe. Damit unterschied sich der Ton von Gaucks Rede deutlich von der des aktuellen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, der wegen seiner Russland-Politik zu seinen Zeiten als Außenminister stark in der Kritik steht.
Bei seinem Auftritt im rheinland-pfälzischen Sinzig verdeutlichte der ehemalige Bundespräsident, dass Russland durch sein breites Arsenal an Nuklearwaffen eine unmittelbare Bedrohung für Deutschland darstellt. Trotzdem sei im Augenblick Zurückhaltung keine Option. Deutschland müsse alles dafür tun, das mörderische Treiben Putins zu beenden. Nach Auffassung des ehemaligen Bundespräsidenten habe Deutschland die Möglichkeiten für Hilfeleistungen an die Ukraine noch nicht erschöpft. Deshalb müssten sich Politiker und auch Bürger in Deutschland immer wieder fragen, wie man der Ukrainer zukünftig beistehen können. Bei Gaucks Rede waren die Unterschiede zu der von Steinmeier nicht zu überhören. Steinmeier selbst hatte bei einer Rede am 28. Oktober gefordert, dass Deutschland vorsichtig agieren müsse. Steinmeier hatte immer wieder verlauten lassen, dass Deutschland selbst nicht im Krieg sei und auch nicht wolle dass sich dieser Status ändere. Zudem hatte Steinmeier gefordert eine “Ausweitung des Krieges“ zu verhindern.