Schon am frühen Samstagmorgen hatten die Sirenen mehrmals Fliegeralarm angekündigt. Es folgte ein anhaltenden Beschuss und mehrere Explosionen in der Stadt. Augenzeugen vor Ort sprechen von einer "unruhigen Nacht“. Die Bombardierungen der Vororte seien "heftiger als an den Tagen zuvor“ ausgefallen. Offenbar haben die Russen bei ihren Angriffen auch ein Munitionslager in Wassylkiw getroffen. Wie der ukrainischen Präsidentenberaters Mychailo Podoljak bestätigt, befinde sich Kiew im "Belagerungszustand“. Unterdessen bestätigte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (44) es gäbe in Kiew und anderen Städten weder Strom, Gas, noch Wasser. Russland wolle die Ukraine komplett "zerstören“ und würde nun auch noch "syrische Mörder“ zur Schlacht einfliegen. Einzig positiver Aspekt bleibt bislang, dass sich nicht auch Belarus in den Krieg einschaltet. Trotz der angespannten Lage wollen die Ukrainer weiter kämpfen. "Wenn die Russen versuchen sollten, in die Stadt zu kommen, haben sie einen harten Kampf vor sich – das wird dann ihr Stalingrad“. Denn: „Niemand wird aufgeben – das kann ich garantieren“, gibt ein ukranischer Soldat bei der Presse zu Protokoll.
Nun befürchten Experten, dass sich der Kampf um Kiew intensivieren wird. Wie die Satellitenaufnahmen zeigen, hat sich der Russen-Konvoi nördlich der ukrainischen Hauptstadt aufgelöst. Offenbar bringen die Russen nun ihre Artillerie für den Beschuss der Hauptstadt in Stellung.
Dies scheint die These zu unterstützen, dass die russischen Truppen die ukrainische Hauptstadt einkreisen, wie das britische Verteidigungsministerium am Samstag mitteilte. Außerdem wollen die Angreifer mit der Verteilung der Truppen wohl ihre Anfälligkeit bei Gegenangriffen der Verteidiger senken. Zuvor war bereits von erheblichen Verlusten auf Seite der Russen berichtet worden. US-Regierungskreise bestätigen, dass der riesige Konvoi der Russen vom ukrainischen Militär mehrfach mit Erfolg angegriffen worden war.